Gesundheitspsychologie

Die Gesundheitspsychologie als Teildisziplin der Psychologie fragt danach, wer krank wird und warum, wer aus welchem Grund wieder gesundet, sowie danach, welche Lebensweise Krankheiten vorbeugt.

Die daraus resultierenden Erkenntnisse wendet sie in der Praxis an, um individuelle Verhaltensmuster positiv zu beeinflussen, damit Gesundheit möglichst dauerhaft erhalten bleibt oder die Lebensqualität von z. B. chronisch erkrankten Menschen nachhaltig steigt.

Die ganzheitliche Sichtweise der Gesundheitspsychologie berücksichtigt sowohl das Verhalten als auch die Lebens- und Arbeitsverhältnisse und betrachtet die Motivation (Willensbildung) sowie die Volition (Willensdurchsetzung) einer Person. 

Prävention & Gesundheitsförderung

Der Begriff Prävention ist die Kurzform des historisch älteren Begriffes “Krankheitsprävention”. Hinter ihm verbergen sich alle Interventionen (Eingriffe), die eine Vermeidung des Eintretens oder des Ausbreitens einer Krankheit dienen. 

Gesundheitsförderung hingegen bezeichnet alle Interventionen, die der Verbesserung der gesundheitsrelevanten Lebensbedingungen der Bevölkerung dienen.

Gemeinsames Ziel der Prävention & Gesundheitsförderung ist es, einen sowohl individuellen als auch kollektiven Gesundheitsgewinn zu erzielen.

 

Risikofaktoren, die zu einer Krankheit führen können:

1. genetische, physiologische und psychische Anlagen, z. B.: Vererbte Stoffwechselstörungen, angeborene Gelenkanomalien, introvertiertes Temperament und angeborene Ängstlichkeit

2. behaviorale Dispositionen, z. B.: suchtorientierte Verhaltensweisen wie Zigarettenrauchen, fettreiche Ernährung, ungeschützter Geschlechtsverkehr und wenig Bewegung

3. psychische Expositionen, z. B.: dauerhafte Überlastungen und Beziehungskonflikte

4. ökologische Expositionen, z. B.: Mangel an Selen, dauerhafte Intensivlandwirtschaft und Ozonbelastung mit erhöhter Sonnenstrahlung.

Schutzfaktoren, die zur Gesundheitsförderung beitragen können:

1. Soziale und wirtschaftliche Faktoren, insbesondere gute Bedingungen am Arbeitsplatz und eine gute sozioökonomische Lebenslage

2. Umweltfaktoren, insbesondere gute Luft- und Wasserqualität, gute Wohnbedingungen und stabile soziale Netzwerke (Freunde, Familie, Nachbarschaft)

3. behaviorale und psychische Faktoren, insbesondere angemessene Bewegung, Ernährung und Spannungsbewältigung, reduzierter Konsum von legalen und illegalen Drogen, sicheres Gefühl von Selbstkontrolle, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung, Optimismus und Widerstandsfähigkeit (Resilienz)

4. uneingeschränkter Zugang zu gesundheitsrelevanten Leistungen, insbesondere zu Bildungs- und Sozialangeboten, Transport- und Freizeitmöglichkeiten und zu Angeboten der Krankenversorgung, Pflege und Rehabilitation